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Trauma-Yoga?

vor 4 Minuten
3 Min. Lesezeit

Über Leid, Trauma und die Grenzen einer yogischen Trauma-Aufarbeitung


Yoga wird in der heutigen Zeit immer öfter in zwei Richtungen „gedacht“ bzw. verkauft. Physische Gesundheit durch Körper- und Atemübungen mit vermehrter Integration moderner, „das Gesamtbild der Physis dynamisch verstehender Konzepte“ wie Spiraldynamik oder Franklin-Methode – eigentlich ein Bereich der Physiotherapie. Und dann „Trauma-Aufarbeitung mit Yoga“. Und hier möchte ich ansetzen, da diese Thematik einen integralen Bestandteil des Workshops „Asanas & Philosophie Vertiefung“ darstellt. Ist es überhaupt zulässig, Yoga in Verbindung zu bringen mit Trauma-Aufarbeitung? Ist Trauma per se Leid? Und was ist Leid?


Der Same des Leids


Die Yogasutras von Patanjali destillieren in klarster Weise Leid. Die Grundursache von ausschließlich jedem Leid, ohne jemals ein spezifisches Leid zu nennen. Dies ist eine „Besonderheit“ in der Yogaphilosophie, da sich diese nicht mit den immer komplizierter werdenden Verästelungen beschäftigt, sondern mit dem „absoluten Beginn“, dem Samen. Exakt so ist auch das gesamte Kapitel 1 des Yogasutras aufgebaut. Bereits im allerersten Sutra ist alles gesagt. Nur wer die Essenz des dreiwörtigen ersten Sutras nicht verwirklicht hat, studiert weiter.

Wer also ein Trauma auflösen möchte, muss zuerst Leid verstehen – woher es kommt, was die Grundlage ist, wie sich die Leiddynamik darstellt und mit welchem Geistaspekt Leid zusammenhängt. Wer nicht in das Wesen von Leid eingedrungen ist, läuft Gefahr, eine Trauma-Ego-Identität zu verfestigen – genau das Gegenteil von Yoga an sich.


Yogi DassPrem spiegelt sich in einem weinenden Auge.

Ist Trauma per se Leid?


Darauf basierend müssen wir uns die Frage stellen, ob äußerlich zugefügtes „Leid“, das als traumatisch abgespeichert wurde, per se Leid ist. Anders gesagt: Wie funktioniert der Prozess der Trauma-Entstehung, welche Komponenten braucht es, weshalb ist es unabdingbar ein Prozess im dualen Spektrum, und stellt Trauma per se Leid dar? Damit wird nichts kleingeredet, was einem Menschen angetan wurde – es geht um die Frage, wo Leid tatsächlich entsteht. Ein tiefes Verständnis für diese Thematik ist unumgänglich, um einem Trauma mit einer yoga-spezifischen Praxis zu begegnen. Wenn nicht kristallklar das Wesen des Traumas herausgefiltert wurde, kann die Yogapraxis in eine subtile Verfestigung der traumatischen Prozesse laufen, und zwar auf jeder psycho-physischen Ebene von Blutchemie-Hormone-Drüsen über unbewusste muskuläre Schutzspannungsmechanismen bis hin zur Verhaftung im Erlebten und zum Hoffen auf die Zukunft – der „lebendige Tod des Menschen“.


Und dann stellt sich die Frage, ob es überhaupt im Rahmen des Yoga liegt, Trauma-Aufarbeitung mit Yoga in Verbindung zu bringen, bzw. ob Trauma-Aufarbeitung überhaupt möglich ist, ohne dass etwas Fundamentales, das gesamte Wahrnehmungsuniversum Erschütterndes, geschieht.


Philosophie als Basis der Praxis


Man sieht bereits an diesen wenigen Worten, dass der Philosophie im Yoga eine grundlegende Bedeutung zugeschrieben wird, im wortwörtlichen Sinne. Sie ist die Basis jeder Praxis. Die Praxis basiert bereits auf einem tiefen Verständnis der „Prozesse in der Welt der Prozesse“.


Und damit meine ich auch die simpelsten Dinge, wie die Auswahl, Durchführungsqualität, Dauer und Intensität jedes einzelnen Asanas. Diese körperliche Praxis kann eine beruhigende Wirkung haben. Jedoch ist „Beruhigung“ nicht jenes, was authentischer Yoga bewirkt. Beruhigung ist wichtig in Zeiten massivster Dysbalancen – doch gerade für diese Menschen, die an schweren traumatischen Folgen oder akuten psychischen Beschwerden leiden, ist authentischer Yoga unter keinen Umständen das Mittel zum Zweck. Vernünftig gewählte Vorstufen auf Basis des philosophischen Herzens von Yoga: „Ja“. Und genau darum geht es im Workshop!


Wie erlangen wir durch die Yogapraxis einen Zustand der Leidlosigkeit, der reinen Akzeptanz – welche Mechanismen auf psycho-energetisch-physischen Ebenen gilt es zu beachten, und weshalb führen all diese Techniken gleichzeitig niemals willentlich in diesen Zustand!


Für wen dieser Workshop ist


Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die schon „alles probiert“ haben. Die vielleicht schon verzweifelt sind (eine enorm wichtige Kraft im Yoga). Die ahnen, dass es mit der Trauma-Auflösung „etwas anderes“ auf sich hat. Die schon jahrelang Yoga praktizieren und trotzdem noch nervös, instabil sind und viel Energie darauf ausrichten, dass die äußeren Umstände (Gesundheit, Familie, Beruf etc.) zum inneren Glück „gebogen werden“.


Wichtig: Der Workshop ist keine Therapie und ersetzt keine psychotherapeutische oder ärztliche Behandlung.


Dieses Thema vertiefen wir im Workshop „Asanas & Philosophie Vertiefung“ am 6. – 8. November 2026, gemeinsam mit drei weiteren Spezialthemen: „Was bedeutet Erdung tatsächlich“, „Die Gefahren einer mechanistischen Yogapraxis“ und „Alignment aus Sicht der Elemente, Gunas und Prana“. Spezialpreis € 360,– statt € 420,–.


Asanas & Philosophie Vertiefung | Nov 2026
€360.00
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Asanas & Philosophie Vertiefung | Feb 2027
€370.00
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