HATHA YOGA & PRANAYAMA


Der klassische Hatha-Yoga, eine relativ junge Yoga-Strömung (zumindest was die Schriften betrifft), agiert mit zwei Komponenten. Den Asanas und Pranayama. Interessanterweise werden jedoch fast nur Asanas unterrichtet, in allen erdenklichen Variationen, von Yin-Yoga über scheinbar klassischen Hatha-Yoga bis hin zu Flow-Yoga und Ashtanga-Yoga (P. Jois).

 

Wenn man nun die Frage aufwirft, was denn den Unterschied zwischen den Kopfstand, Handstand, Kriegerposition, flowigen Abläufen von Körperübungen, etc. und klassischer Gymnastik oder Bodenakrobatik ausmacht, dann kommt oft als Antwort: "Die Konzentration, die Atmung". Konzentration und Atmung spielen in der Bodenakrobatik aber genauso essentielle Rollen!

 

Aber worin besteht nun der Unterschied? Der ursprüngliche Yoga versteht den Körper als Gefäß, der vergeht, jedoch die Architektur und Funktion dieses Palastes beherrscht werden sollte. Somit wurden Asanas, eigentlich "der feste Sitz", als malerische Formung des Körpers hin zu einer speziellen Eigenschaft gesehen. Viele Asanas haben Bezeichnungen aus der Tierwelt, jedoch war niemals die Form an sich erstrebenswert, sondern das "Verwirklichen der Kraft / Eigenschaft der Form / des Tieres, der Idee" (hierzu ist das Studium, welche Bedeutung welche Form in welcher Zeitepoche hatte durchaus sinnvoll).

 

Es ist also im Hatha-Yoga niemals die Absicht gewesen Körperhaltungen nachzuahmen, irgendetwas zu schaffen, noch wurde der Form-an-sich eine Wirkung zugeschrieben, denn die äußere Form (das Asana), die man sehen kann, ist nicht das, was passiert. Yoga lebt im Inneren, es ist die Kunst Welten und ihre Kraft in der eigenen Form zu verwirklichen. Aber wie? Zwei willentliche Komponenten bringen ein Asana ins Leben: Pranayama und Intention / Herzenshingabe.

 

Ein Asana ohne diesen zwei Komponenten ist eine "leere Form", eine Hülle die sich verbiegt und etwas schafft. Ohne Frage sind die positiven Effekte auf Physis und Psyche, nur hat dies mit Yoga wenig zu tun. Selbst der Hatha-Yoga dient als Vorstufe zum "Verwirklichen der Leere".

Erklärung anhand von padahastasana


Wann ist ein Asana ein Asana?

Da der Yoga per se eine nach innen gerichtete, spirituelle (geist-reiche) "Technik / Lebensweise" darstellt, geschieht "das meiste" in der Asanapraxis unsichtbar. Unabdingbar lässt sich feststellen, dass Geburt, Leben und Tod eines Asanas durch Pranayama (Atmung) und Intention getragen werden.

 

Asana: äußere Form, innere Arbeit

Gerade in unserer Region wird normalerweise vorrangig in höchster Weise auf die korrekte anatomische und individuell-angepasste Form eines Asanas Wert gelegt - auf physischer Ebene hervorragend (hier sei im Speziellen die Spiraldynamik erwähnt), genauso wie als Zielsetzung meist "körperliches und psychisches Wohlbefinden" definiert werden, jedoch stellt dies nicht mehr oder weniger die Basis, sozusagen "das Potential zur Zeugung" des Asanas dar. Wie oben erwähnt, erwacht das

Asana zum Leben, wenn Pranayama gepaart mit Konzentration und Intuition das Feuer entzünden. Beispielhaft habe ich PadahastAsana gewählt, die HandFuß-Haltung, eine Erweiterung von UttanAsana (Vorbeuge).

 

Beispielhafte Erklärung des Asanas:

Die klassische Vorbeuge (UttanAsana) wird hier "intensiviert", indem die Füße vollständig auf den Handflächen stehen. Auf feinstofflicher Ebene entsteht hier geradezu ein Feuerwerk an Magie, denn es werden die Punkte Niere 1 / YongQuan (Sprudelnde Quelle) mit Perikard 8 / LaoGong (Palast der Arbeit) verbunden, d.h. DER Erdungspunkt und Ursprungspunkt des Weisheits-Wasser-Elementes verbindet sich mit dem Feuerpunkt des Feuers, DEM Herzöffner, man spricht hier von der Wasser-Feuer-Achse (aus Sicht der T.C.M). Um die Geschichte kurz zu halten, möchte ich nur auf drei unterschiedliche Atmungsintentionen plus Vayus und zwei Atmungsqualitätsimpulsen eingehen (nicht näher gehe ich auf die Atmungstechniken per se ein).

 

1. Erdatmung:

In dieser Form gibt man dem Begriff "Erde" eine intuitive Qualität und lässt den Atem diese interpretieren. Nun lässt man diese entstandene Atemqualität an Körperrückseite von den Füßen hoch bis in die Schädelkrone und durch die Arme in die Füße zirkulieren. Die Wirkung ist doppelt "erstaunlich"; erdend-auffüllender Natur bei Schwäche und harmonisierend bei Herzhitze ("narrisch sein").

 

Die Konzentration liegt vollkommen in der Wahrnehmung der Hand- & Fußflächen. So sehr bis De-Konzentration eintritt und im selben Moment ein völlig neuer Wahrnehmungsraum sich öffnet. In diesen Einzutauchen ist tiefstes Pranayama. Man erfährt die Vereinigung der "Prana-Wellen-Qualitäten" der Wasser- und Herzqualitäten und vereint diese über die Intention der konzentrierten-stabilisierenden Mitte.

 

2. Apana Vayu / Atmung über den Nabelpunkt:

Gemäß der physischen Position und dem Gesetz der Schwerkraft ist hier die"Bauchatmung" ganz besonders zur Entspannung und zum "Kennenlernen" des Zwerchfells geeignet, sowie zu extrem langsamen Ausatmen (Beruhigung - introvertierende Wirkung). Automatisch wird man bei tiefer, ruhiger Atmung eine wellenartig Bewegung im Bereich Beckenboden, After und Geschlecht feststellen (Öffnen und Schließen von Mulabandha - hoch intensive Wirkung auf Hypophyse), welche bei entsprechender "innerer Beobachtung" eine harmonisierende Wirkung auf die entsprechenden Organe hat, sowie eine Stimulierung der unteren beiden Chakras, sowie sehr wohl auch eine enorme Wirkung auf Samana Vayu.

 

In dieser Variante "verliert" man geradezu die Kontrolle über die "scheinbar korrekte" Haltung, tendiert zu einer samtig-weichen, stillen Ujjayi Atmung.

 

3. Sthula Prana Vayu / Brustkorbatmung:

Diese Atmung verändert die Wellenbewegung vollkommen. Automatisch kommt es bei der Einatmung zu einem regelrechten "Hochziehen der Energien" und auf physischer Ebene zu einer Extension der Lendenwirbelsäule und einem spürbar "innenziehenden Verschließen" von Mulabandha, wohingehend die Ausatmung ein weiteres nach innen Ziehen von Prana in den Herzraum (Prana Vayu) bewirkt.

Der Fokus liegt natürlich auch hier nicht in der Wahrnehmung des Gefäßes (Asana), sondern in der qualitativen Wirkung der Atmung (Pranayama) auf prana-vayu.

 

Intention der Atmung

Je nach Intention des Atems und der Atemtechnik (Reiskorn, Bogen, Springbrunnen, Ujjayi, Kapalabhati, inneres Nadi Shodhana, Shitali, Bhastrika) kommt es zu einer weiteren, noch feineren Wirkungswelle und Wahrnehmung, aus dem simplen Grund, dass die klassische Asanapraxis dem dreifachen Wege folgt - Intention, interpretiert durch die Atmung, welche die Bewegung führt.

 

Asanas ohne dem Wissen von Pranayama sind gesunderhaltende Körperübungen, aber farblos wie ein frisch gebrannter Lehmtopf. Um "Lebendigkeit" zu erzeugen, also zu erkennen, wer formt, wer zeichnet, wer erschafft, ist Pranayama die Mutter.

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