DASS PREM & PRANAYAMA / FRAGEN ZU MEINER EIGENEN PRAXIS


Viele Yoginis schicken mir Fragen, die weniger den Workshop an sich betreffen, als vielmehr meinen persönlichen Zugang zu Pranayama bzw. sich konkretere Informationen zu meiner eigenen Praxis wünschen. Ich versuche hier möglichst einfach & knapp die am häufigsten gestellten Fragen zu beantworten.

dass prem, wie bist zu pranayama gekommen und wie lange praktizierst du schon?


Grundsätzlich hatte ich seit Beginn meiner yogischen Praxis immer eine unglaubliche Affinität und "tiefe innere Erinnerung" zu / an Pranayama, jedoch lag in den ersten Jahren der Fokus auf den Asanas.

 

Vor 11 oder 12 Jahren erlebte ich aufgrund eines etwas "übereifrigen" Lebensstil eine Panikattacke auf Todesangst, was mich innerhalb einer Woche dreimalig ins Krankenhaus brachte. Dort wurde ein völlig gesunder Körper diagnostiziert und festgestellt, dass ich ein "Nerverl" bin.

 

Da ich beruflich selbständig bin, die prognostizierte Behandlungsdauer sowohl medikamentös, als auch psychotherapeutisch mit ca. 1,5 Jahren angegeben wurde bzw. der berufliche Wiedereinstieg erst in ca. 4 - 6 Monaten möglich sein würde (was einem finanziellen Ruin gleichgekommen wäre), entschied ich mich für einen völlig anderen Weg - Pranayama Intensiv / 3 Wochen um wieder Lebensfreude & Kraft zu spüren

 

Da ich körperlich von Blut, Stuhl über Organfunktionen bis Gehirn voll durchgecheckt und gesund war, wusste ich, dass mein sympathisches Nervensystem völlig überlastet war und sich in meinem Verstand eine gefährliche Gedankenrückkoppelung verankert hatte, nämlich "die Angst vor der Angst".

 

Von Tag 1 meiner Genesung an praktizierte ich 2,5 - 4 Stunden Pranayama, Dharana und Adharana. Äußerst behutsam, Schritt für Schritt, immer die Auswirkungen auf parasymphatisches / symphatisches Nervensystem beobachtend, fügte spezielle Asanas hinzu und intensivierte bzw. verfeinerte deren Wirkung über spezielle Atemtechniken. Nach 3 Wochen war ich derart erholt und lebensfroh, dass ich meiner Tätigkeit als Shiatsupraktiker & Yogalehrer wieder nachgehen konnte.

 

Was mir blieb ist die Liebe zu Pranayama. Vom ersten Tag an bis heute praktiziere ich jeden Tag, ob einmal oder viermal pro Tag, ob 2,5 Stunden am Stück oder in Etappen, einfach immer. Nur hat sich etwas gravierend geändert! Ich praktiziere Pranayama nur mehr ganz selten mit der Hauptintention "psychophysische Gesundheit". Heute praktiziere ich Pranayama in seiner Essenz. Finde "das Tor zum leeren Raum", öffne die Tür und lass dich fallen. 

Dass prem, wie kann ich mir deine persönliche pranayama-praxis konkret vorstellen?


Ich praktiziere Pranayama rein intuitiv, gemäß der jahreszeitlichen Grundqualitäten, der Tagesqualitäten (auch Wetter), des psycho-physischen Zustandes und "dem inneren Milieu / Bild gemäß, dass ich erschaffen möchte, d.h. ich folge immer der Harmonie. Da mein Verstand die äußere Welt in mir erschafft, verwende ich Pranayama um die innere & äußere Welt in Einklang zu bringen / zu halten. Das kling vielleicht "etwas geschwollen", trifft es aber ziemlich genau. 

 

Folgendes Beispiel: An diesem Tag empfand ich Unklarheit, immer gleiche, sich drehende Gedanken. Zielsetzung war den Gedanken freien Lauf zu lassen, Empfindungen & Erinnerungen aus diesen heraus hochkommen zu lassen und "zu verbrennen".

 

1) कपालभाति kapālabhāti - 45 Minuten / 9 Variationen
  • Apana, zwei Impulsrichtungen
  • Samana, zwei Impulsrichtungen (Fokussierung I)
  • Prana, zwei Impulsrichtungen
  • Udana, eine Impulsrichtung
  • Vyana, eine Impulsrichtung
  • Fließender Übergang in Vyana inuitiv (Fokussierung II)
2) पूरक pūraka रेचक recaka ca. 12 min (12 Runden)
  • 4teilig Konzentrationspunkte variierend Fokussierung: weiche Übergänge / Punkt der Leere
  • Klangfarbe: Kühl-sanft
  • nāsikanāsika - mukhamukha (kākī mudrā) - nāsika mukha - mukha nāsika
3) पञ्च वायु vyana vāyu ca. 15 min
  • Konzentrationspunkte variierend Fokussierung: Innere Bilder & hochkommende Emotionen
  • Klangfarbe: unsichtbar
5) Shakyamuni Mantra 108 Mal

Deutlich erkennbar an diesem Pranayama-Set ist, dass der Fokus zu Beginn "auf der Mitte / Samana" lag, was die Konzentrationsfähigkeit stärkte, dann "die Kühlung des Geistes" folgte. Durch die Nicht-Technik in Punkt 3 kamen Bilder & Emotionen hoch, jedoch aufgrund der tiefen Stille und "dem losgelassenem Verharren im Meer des Pranas" gibt es keine Reaktionsmuster - was hochkommen muss, kommt hoch und verbrennt.

dass prem, ich dachte pranayama sind Atemtechniken. du jedoch behauptest, dass pranayama eigentlich etwas anderes ist. WAS BEDEUTET PRANAYAMA FÜR DICH?


Das Sanskritwort Pranayama wird oftmals fälschlicherweise mit "Atemkontrolle" übersetzt. Das ist jedoch falsch. Selbst in den relativ jungen Schriften, wie Shiva oder Gheranda Samhita wird Pranayama als Synonym für Kumbhaka verwendet und Prana-per-se ist "Lebenskraft.

 

Wenn man darüber sinniert bzw. meditiert, ergibt sich ein simpler Schluss: "Du musst Prana erfahren, um Pranayama zu praktizieren", d.h. du bist angehalten deine inneren Sinne oder Wahrnehmungsfenster zu öffnen, die nach außen gerichteten Sinneswahrnehmungen zu schließen. Dann wirst Du schlagartig Prana wahrnehmen, zuerst "distanziert aus der Ferne beobachtend", doch mit ausreichend Hingabe wirst Du in Prana eintauchen.

 

Äußeres Pranayama ist Technik, Atem, obwohl der Atem nur "Träger oder Vehikel von Prana" ist. Hier kontrollierst Du als Ich über den Verstand. Im inneren Pranayama bist Du bereits "hinter den Verstand" getreten. Darüber kann ich nicht schreiben, das wirst Du erleben.

 

Wahrhafter Pranayama jedoch ist "die Befreiung vom Ich", ein Zustand der Stille, kevala kumbhaka. Hier hast Du jenes betreten was Du auch "mengenmäßig am meisten" bist, Leere gefüllt mit Information & Potenzialität. Der dichte Körper (annamayakosha) macht volumsmäßig nur 0,000000001 % aus (dies ist inzwischen messbar). Der Raum zwischen den Atomen und Elektronen hingegen den Rest, d.h. volumsmäßig sind wir fast ausschließlich reine Information & Potentialität oder Leere.

 

Pranayama, nur für mich, bedeutet den direkten Zugang zu dieser "Leere". Das Hineinfallen, also kevala kumbhaka, ist über keine Technik, kein Wollen zu erreichen, denn welche Bedingung (Technik) sollte in die Bedingungsloskeit führen? Deshalb halte ich "meine Leute" an, mit der Leichtigkeit, Freude und dem unfassbaren Mut eines Kindes zu praktizieren, völlig frei jeder Idee oder eines Wunsches.

 

Yogaha samadhihi - Yoga ist Exstase. Pranayama ist kevala kumbhaka. Kevala Kumbhaka ist reine Potentialität, reine Information. Sein.

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